Kleiner Rundweg um Litschau

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Der Name ist Programm - der Rundweg nennt sich nicht nur so, sondern es ist auch ein kleiner Rundweg rund um Litschau. MIt knapp 15km Weglänge und 4 Stunden Gehzeit ist der Rundweg eine angenehme Abwechslung zu den letzten Wanderungen.

Knapp vor 10:00 Uhr starteten wir am Parkplatz vor der Kirche in Litschau mit unserer Wanderung, die uns nach knapp 4 Stunden und etwa 15 gewanderten Kilometern hier wieder zurückbrachte.
Wir orientierten uns einerseits wieder an Bergfex aber auch an die Wegweiser, die uns durchgehend am Weg begleiteten. Die Wegnummer 10 ist entlang des Weges immer wieder sichtbar - obwohl es schon mal zwei, drei Passagen gab, wo wir uns lieber doch an die Karte von Bergfex hielten, da nicht klar war ob wir links, rechts oder gerade ausgehen sollten - hier scheinen dann doch Lücken im gut beschilderten Wandernetz zu sein ;-) Aber, man bleibt ja immer in „Augenkontakt“ mit Litschau, sodass eine vermeintlich falsche Abzweigung dann doch nicht so schlimm sein dürfte.

Der Weg führt über sehr viel Wald- und Wiesenwege - kaum Asphalt, was das Wandern doppelt so angenehm macht! Das tolle, noch angenehm warme Wetter und die kühle Luft liessen den Wanderzeitraum rasch vergehen - aber auch die Landschaft, die so typisch für das Waldviertel ist: grüne Wiesen und Haine, die sandig, tiefbraune Erde der Äcker im Kontrast dazu und dann die Felsformationen des Granites die schon mal so aussehen, als hätte sich ein Riese seine Spur mit Kieselsteinen gelegt.
Die Waldstücke sind durchgehend mit Pilzen belebt, Moose auf den Steinen und man kann schon den Herbst riechen - eine echt angenehme Kombination.

Zu Beginn der Wanderung hält man sich entlang des Herrensees, der still und ruhig, von Bäumen umringt, hier ruht. Er ist kein natürlicher See, sondern ein künstlich aufgestauter See mit einer Länge von etwa 1600 Meter. Er wurde für die Teichwirtschaft aufgestaut und trägt wahres Leben in sich ... gut 5000 bs 6000 kg Fisch wie Karpfen, Hechte, Zander, Schleien aber auch Welse wurden hier bis ca. 1975 jährlich gehegt.
Im Sommer, bei Badetemperaturen mag hier wohl echt viel los sein - denn man findet ein sehr schön gepflegtes Strandbad und eine Bootsvermietung vor.

Ein weiteres Highlight der Runde, sind die schier nicht enden wollenden Teiche - fast schon kleine Seen. Sie sind entlang des Weges aufgefädelt wie die Perlen auf der Kettenschnur. Und jeder dieser kleinen Teiche und Seen verbirgt Leben, das sich schon mal durch lautes Geplatsche beim Wiederreinfallen ins Wasser bemerkbar macht.

Weicht man ein kleinwenig vom Weg mit der Nummer 10 ab und folgt etwas abseits dem Weg 4, so kommt man auch am Opferstein vorbei. Der ca. 2x2 Meter grosse und ca. 1,5 Meter hohe Stein wurde 1955 zum Naturdenkmal erklärt. Die Wegbeschreibung beschreibt ihn mit Altarstein - aber leider ist keine Erklärung mit dabei, wozu der benutzt wurde. Wahrscheinlich ist dies, wie bei vielen anderen Kultstätten, nicht bekannt, sodass man hier nur mutmassen müsste.

In Schönau bei Litschau trifft man auf die Haltestelle der „Waldviertelbahn“ - die Waldviertler Schmalspurbahn, die von Gross Gerungs bis nach Litschau verläuft.

Wieder zurück am Herrensee erwartet uns dann der Turm des Schloss Litschau - dieser Turm ist eigentlich immer wieder sichtbar, wenn man den Blick in Richtung Ausgangspunkt wendet.
Das Schloss ist öffentlich zugänglich ... und ich denke, dass wir dieses auch nochmals besuchen und erkunden werden ;-), denn wir mussten feststellen, dass das Wandernetz hier rund um Litschau noch vieles aufwarten kann und die Gegend ein Juwel des Waldviertels ist. Wir hatten schon viel vom Herrensee und Litschau gehört, aber bewusst hatten wir hier noch keine Zeit verbracht. Doch Sonja und ich sind uns einig, dass uns Litschau noch öfters mit Wanderschuhen sehen wird.

Litschau und der kleine Rundwanderweg:
absolut empfehlenswert!
etwa 15 Kilometer zu wandern, aber definitiv nicht schwierig zu begehen - die Weggestaltung und die Wege selbst sind durchgehend schön und angenehm begehbar.
Kinderwagen? JAIN ... ich würde sagen, teils teils - es gibt schon Abschnitte, wo ich denke, dass der Kinderwagen eine üble Last sein könnte.
Mit Kindern? Ja, es verbirgt sich auf der Strecke viel Sehens- und Entdeckenswertes

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