Ötschergräben - Schutzhaus Vorderötscher, Schleierfall und Mirafall

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Diese Wanderung durch die Ötschergräben startete bei der Erlaufklause und führte über das Schutzhaus Vorderötscher zum Schleiferfall und weiter zum Mirafall, vorbei beim Ötscherhias wieder zurück zur Erlaufklause.

Zuletzt besuchten wir Ende September 2016 die Ötschergräben - damals stiegen wir bei Wienerbruck ein, durchquerten die erste Hälfte der Ötschergräben und stiegen dann beim Ötscherhias auf um über die Erlaufklause und Josefberg zurück nach Wiederbruck zu gelangen.

Diesesmal (8.August 2020) aber wanderten wir eine andere Route:
begonnen hatten wir bei der Erlaufklause um uns dann in Richtung Schutzhaus Vorderötscher zu bewegen. Eine doch sehr leicht zu gehende Wegstrecke auf der kaum Höhenmeter nach oben oder nach unten zu bewältigen sind. Auf einer sehr guten Forststrasse bewegt man sich grösstenteils im Wald - ab und an tauchen mal ein paar offene Weidenstücke auf, die einen herrlichen Blick auf den Ötscher freigeben.
Erst die letzten ca. hundert Meter zum Schutzhaus beginnt ein Steig, der sich dann die nächsten Kilometer so fortsetzen wird ... aber erst einmal hatten wir den Einkehrschwung im Schutzhaus genossen - bei einem kühlen Getränk konnten wir den ersten Wanderern begegnen, die entweder aus Richtung Ötschergräben oder von gleicher Seite, der Erlaufklause hierher gefunden hatten.

Nach dieser Rast folgten wir weiter den gelben Ausschilderungen 'Ötscherhias über Ötschergräben' bzw. 'Erlaufklause über Ötschergräben'. Beide Wege führen natürlich in die richtige Richtung :-)
Hier wandern wir eine schönes Stück des Weges entlang dem Greimelbach, der schon die Schönheit und Eleganz der Natur in diesem Gebiet deutlich aufzeigt. Viel Grün gespickt mit schroffem Fels und das stetige Rauschen des Baches neben uns. Zwischendurch erhascht man dann auch immer wieder einen Blick auf den Gipfel des Ötschers.
Der Greimelbach fliesst schlussendlich in den Ötscherbach, der sich dann wiederum durch die Ötschergräben in seiner ganzen Schönheit nach unten schlängelt. Hier, an der Mündung in den Ötscherbach hatten wir uns im Bachbett, gleich unterhalb der Brücke niedergelassen um die Wärme der Mittagssonne und die Kühle des Bachbettes zu geniessen.

Nun hielten wir uns für einen Abstecher zum Schleierfall nach links - in nur etwa 2 Gehminuten befindet sich „gleich um die Ecke“ der Schleierfall, bei dem wir uns aber nicht allzulange aufhielten, denn viele Wanderer hatten sich diesen Platz für ihre Rast ausgesucht. Hier merkten wir das erste mal, dass die Flucht ins kühle Gebirgsgebiet nicht nur wir angetreten waren ;-) So setzten wir die Wanderung fort um uns auf die Steige des Ötschergrabens zu begeben.

Sehr gut ausgebaute Steige, die grösstenteils in den Hang hinein geschlagen und mit hölzernen Trittflächen und -Brücken zu begehen sind. Immer den Blick nach überall hin - nach oben um den schroffen Fels und den tiefblauen Himmel zu erhaschen, aber auch nach unten um das glasklare Wasser, welches mal mehr oder weniger wild die Schlucht durchquert zu beobachten.
Manche Stellen sind dann auch doch etwas enger, sodass man den entgegenkommenden Wanderern schon mal in Vorausschau Platz machen sollte - ein Schritt an geeigneter Stelle an den Rand hilft hier aber schon sehr gut weiter.

Die Wasserstände des Ötscherbaches würde ich als annehmbar gut einschätzen und den Geröllrinnen, welche sich von den Hängen runter in die Schlucht winden, nach zu urteilen, dürfte auch weiterhin immer wieder laufend Wasser den Bach nähren.

In diesem Wegstück merkt man schon deutlich, dass die Anzahl der Wanderer stetig zunimmt - meist von vorne kommend nehmen sie wohl noch den Weg zum Schleierfall, den wir ja bereits hinter uns gelassen hatten.
Und dann beim Mirafall das wohl grösste aha-Erlebnis: hunderte von Frischlufthungrigen, die sich hier niedergelassen hatten. Sei es im Bachbett, an den Rastbänken oder bis rauf auf die Felsenformation des Mirafalles. Ob gross ob klein, ob alt oder jung, ob gutes oder eher schlechtes Schuhwerk ... jeder suchte sich seinen Platz am Fall.
Hier merkten wir, dass eine friedvolle Rast nicht möglich war, sodass wir den Weg schon nach gut einer Minute Pause weiter fortsetzten.

Der nächste Abschnitt des Weges, bis hin zum Ötscherhias glich einem Spiesrutenlauf - sehr viele, und ich nenne sie hier gerne, ungeübte, untolerante, Frischluftfanatiker, die sich hier bewegen, als wären sie alleine unterwegs. Teilweise so frech und ungehobelt, dass sie nicht einsehen wollten, dass Teile der Strecke eben nicht nebeneinander, sonder nur hintereinander und vorausschauend zu begehen sind und dann noch lauthals ihren Unmut ausdrücken ...
Dieses Teilstück war das wohl unbequemste Stückchen Wanderweg, welches wir zurücklegten - leider hat sich diese Situation vom Mirafall bis hin zum Ötscherhias nicht gebessert. Einige Wandersgruppen wollten es gar nicht akzeptieren, dass hier auch noch andere Personen marschieren wollen. Aber es gab natürlich auch jene, die sich den Ansturm anpassten und dementsprechend kulant mit den anderen umgingen.

Nach einer weiteren Rast in einem der unzähligen Querbächen, die dem Ötscherbach zufliessen sollten, ging's weiter über die Brück zum Ötscherhias.
Dort aber das gleiche Bild wie am letzten Kilometer des Wanderweges: scheinbar unkontrollierbare Ausflugsgäste, die in doch egoistischer Art und Weise ihr für sie eindeutiges Wegerecht aufrecht erhalten wollten - so bildete sich dort eine Traube an Menschen die schlussendlich dann doch noch durchquert werden konnte, sodass wir das letzte Teilstück der Wanderung in Angriff nehmen konnten.

Ab nun ging's wieder steil bergauf - vorbei an einer Mühle, die 2001 hier am Mühlbach von Christian Hollerer, Gerhard Glavic und Peter Oberfeichtner erbaut wurde. Auch hier zeigt die Natur nochmals ihre volle Kraft und bringt uns Schritt für Schritt nach oben ...

Mit gesamt ca. 18 Kilometer und jeweils ca. 380 Höhenmeter bergauf bzw. bergab, war die Runde eine sehr sehr angenehm zu gehende Runde.
Bis auf untolerante Wanderer, die aber doch auch das Anrecht auf die herrlichen Ötschergräben haben, ist diese Runde absolut empfehlenswert. Wenn ich sie mit der Runde von 2016 vergleiche, würde ich definitiv die Wanderung von heuer vorziehen.
Wir hatten uns wieder entschlossen die Wanderrunde „verkehrt“ zu bewältigen, sodass der Grossteil der Strecke eher angenehm zu begehen ist - sprich, dass die Wegestour eher eben bis bergab zu begehen ist.

Würden wir die Wanderung weiterempfehlen? ... ein klares JA!

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