Ötschergräben

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Sonja und ich machten uns am 26.09.2016 nochmals das bereits seit einigen Tagen anhaltende herrliche Herbstwetter zu Nutzen, um die bereits seit längerer Zeit geplante Wanderung durch die Ötschergräben hin zum Mirafall zu „erledigen“. Als Gesamtroute hatten wir uns aber eine 16,3km Strecke zurechtgelegt, die wir dann auch absolvierten.

Begonnen hat unsere Tour mit Vorbereitungen - genauer gesagt, wussten wir bis zum Wochenende davor nur, dass wir die Ötschergräben durchwandern wollen. So hatte ich ein wenig recherchiert und musste feststellen, dass auf den offiziellen Webseiten des Naturparks Ötscher keine Rundwanderungen angeboten werden - ausschliesslichen one-way-touren ...

Ötschergräben

Somit war klar, dass ich mich anderswo umsehen müsse und habe mir die Webseite von bergfex.at in Erinnerung gerufen. Eine einfache und für uns bewältigbare Tour war dann auch rasch gefunden.
Eine Rundwandung mit 16,3 km Länge - rein durch die Ötschergräben bis hin zum Mirafall, zurück zum Ötscherhias (Jausenstation) und weiter über die Erlaufklause über den Josefsberg zurück nach Wienerbruck, wo die Tour auch beginnen soll. bergfex.at bietet bietet zum Glück bei den angegebenen Touren gute Erläuterungen, Besucherrezenssionen und einen Download der Tourendaten via gpx-Format. Somit war klar, dass es diese Runde sein wird.

Länge » 16,3 km
Dauer » 5:30
Technik » mittel
Kondition » mittel
Aufstieg » 372 m
Abstieg » 406 m
... also alles im Bereich des Möglichen für uns.

Start war um 9:00 Uhr in Wienerbruck/Parkplatz
Der Parkplatz ist kostenpflichtig: € 4,- für einen ganzen Tag
Der Eintritt in die Ötschergräben und das Naturparkgebiet ist ebenfalls über eine Eintrittskarte, die entweder am Parkautomat oder in der Ötscher-Basis gelöst werden kann, zu begleichen - für Erwachsene sind hier ebenfalls € 2,- zu bezahlen.

Links an der Ötscherbasis vorbei in westlicher Richtung findet man am Stausee dann auch bald den Eingang zu den Ötschergräben - die Wegstrecke ist mit festem Schuhwerk sehr gut begehbar. Auch als Wanderlaie ist die Wegstrecke gut und einfach begehbar. Schon bald wird einem bewusst, wofür man die Eintrittsgelder bezahlen sollte: die Erhaltung der Wege, Geländer und der Holztritte bedürfen ihrer regelmässigen Aufmerksamkeit, sodass die tausenden von Besuchern der Gräber auch noch in Jahren ihre Freude daran haben werden.

Nach etwa einer Stunde Fussmarsch, der sich durch üppiger Landschaft zu einem Augenschmaus herantastete gelangten wir zum Stierwaschboden - dem EVN Wasserkraftwerk, das zum Glück geöffnet hatte. Das Schaukraftwerk ist die wenigen Minuten, die man sich darin aufhält, einen Abstecher wert! ... zumindest ich hab's nicht bereut :-) Also keine Scheu und einfach rein!
Danach ging's weiter über eine Brücke auf die andere Seite - von der aus verzweigen sich die Wege - wir hielten uns Links Richtung Westen, in Richtung Ötscherhias und Mirafall.

Der Weg bis hin zum Mirafall war, inklusiver einer kleinen Jausenpause von ca. 30 Minuten im Jodelgraben, in gut 2,5 Stunden bewältigt. Vorbei an ausgewaschenen Flussstellen und dem immer-grünen glasklaren Wassern des Ötscherbaches.
Ob der Wasserstand in bzw. nach Regenzeiten oder nach der Schneeschmelze ähnlich gleich oder höher ist, kann ich nicht  beurteilen - wir vermuten aber schon ... ich selbst bin kein Freund von Höhe und ab und an hatte ich schon mal das Gefühl, dass ich mich an den Seilen festhalten müsse. Obwohl die Wege und Steige ausreichend breit für mindestens zwei Personen nebeneinander sind - also kein Problem bei Gegenverkehr.
Ab und an wagte ich mich auch direkt ans Flussbett runter um dem klaren Fluss noch näher sein zu können.

Zirka 20 Gehminuten vor dem Mirafall findet man dann den Ötscherhias - eine Jausenstation die wir beim Retourweg in Richtung Erlaufklause auf ein Bierchen und nen Kaffee besuchten. Zum Retourweg aber unten mehr ...

Der Mirafall ist das eine Ende unserer heutigen Rundtour. Impossant und Gewaltig steht man vor tosendem Gewässer, das in den Mirabach, der wiederum in den Ötscherbach mündet. Vom Mirafall ging's dann wieder das Stück (ca. 20 bis 30 Gehminuten) zurück zum Ötscherhias, wo wir, wie bereits erwähnt ein Bierchen und nen Kaffee zu uns nahmen.

In der Jausenstation fühlten wir uns trotz Selbstbedienung gut bedient - die Preise sind zwar etwas hoch, aber im Anbetracht dessen, wie die Speisen und Getränke hierher geschafft werden müssen ist der level dann doch wieder vollkommen OK! Es gibt von keiner Seite einen sinnvoll zugänglichen Weg - scheinbar werden die Güter per Hand oder per Quad (?) herbeigeschafft.
Auf der Wand findet man noch eine Übersichtsliste der Ziele und deren Wegzeiten bis dorthin. Gemäss Ötscherbasis wäre die nächste Möglichkeit von hier weg zu kommen entweder der Weg zurück oder aber bis zum Bahnhof Erlaufklause und mit der Mariazellerbahn wieder zurück nach Wienerbruck.

Wir aber wählten ja eine andere Strecke, sodass die möglichen Bahnhöfe für einen Retourweg nicht zu Depatte standen » die nächste Etappe sollte uns über den Josefsberg zurück zum Auto bringen.
Dank der am GPS gespeicherten Route von bergfex.at konnten wir den Weg sehr gut finden. Die Route ist zwar bereits von 2013 aber den überwiegenden Teil der Strecke noch sehr aktuell. Bis auf einige Ausnahmen, die uns etwas mehr an Strecke einbrachten hielten wir uns einersteits an die Route, andererseits an die Wanderwegmarkierungen.
Der wohl gut hergerichtete Weg rauf nach Josefsberg entschädigte uns leider nicht für die Steigung die uns für die kommenden 6 km bevorstanden. Stetig aber bestimmt etwa 200 Höhenmeter bis auf 1'008 Meter in Josefsberg. Klingt nicht viel, ist es wohl für geübte Wanderer auch nicht - aber für uns war's dann schon eine Herausforderung, die sich auch im Kopf abspielte ;-) ... Kleinere Umwege ausserhalb der Route waren notwendig, da nicht alles begehbar war (Absperrung durch einen durchzuquerenden Biobauernhof oder das wohl erst neu errichtete Wildgehege mit Futterstation). Aber wir liessen uns natürlich nicht unterkriegen und trotzten den inneren Schweinehund, denn ab Josefsberg fing's wieder auf ca. 640 Meter runter » war dann auch nicht so lustig mit den bereits geschwächten Knien ...

Den Parkplatz, und damit unser Tagesziel erreichten wir so gegen 16:00 Uhr.
Die angegebenen 5:30 Stunden erreichten wir also bei weitem nicht - aber immerhin: 7:00 Stunden » ca. 6:00 Stunden wenn wir die Rasten- und Jausenzeiten abzieht. Die meiste Zeit hatten wir dann wohl durch's photographieren und Landschaft-Gucken bzw. im letzten Drittel der Strecke durch das stetige Bergauf-Gehen verloren. Aber wie's so schön heisst: der Weg ist das Ziel und wir veranstalteten ja keinen Marathon :-)

Die Ötschergräben: ein herrliches Naturschauspiel, leicht zu gehen und in nur wenigen Stunden durchquert. Bei schönem Wetter ein Augenschmaus. Der Jahreszeit entsprechend etwas kühl, aber im Sonnenschein durchaus angenehm. Festes Schuhwerk - für Flip-Flop-Ausflugsgäste eindeutig nicht zu empfehlen. Mit Kinderwagen ebenfalls nicht!

Die gesamte Runde: der erste Teil, also die Ötschergräben einwandfrei. Der zweite Teil war landschaftlich sehr schön zum Marschieren aber wenn man die Ötschergräben des Gebirges wegen besucht, dann könnte man sich diesen zweiten Teil sparen » Wandern in grüner Natur geht auch anderswo.

Für unsere nächste Tour ins Ötschergebiet laufen schon andere Pläne, die da bis zur Wanderung auf den Ötscher reichen ... soll soviel heissen wie, dass wir den Naturpark nur empfehlen können und wir sicherlich wieder kommen werden!

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