Rax - der Törlweg zum Ottohaus

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Die Rax kommt man auch zu Fuss hoch, und für diese Wanderung wählten wir den Törlweg, der uns vom Knappenhof rauf zum Ottohaus brachte.

Schon frühmorgens lachte uns die Sonne und damit ein genialer Tag entgegen. Der zweite Tag des diesjährigen Aufenthaltes im Seminar Parkhotel Hirschwang soll uns wieder rauf auf die Rax bringen - diesesmal aber zu Fuss. Das Ziel war das Ottohaus, bestiegen über den Törlweg und die Route runter wollten wir uns dann oben bei einem gemütlichen Mittagessen überlegen.

Nur knapp nach 9 Uhr starteten wir unseren Fussmarsch etwas vor dem Parkplatz vom Knappenhof über den Knappenberg. Der Knappenhof ist eine Hotelanlage, die, so wie es scheint zur Zeit nicht (mehr) betrieben wird » "Geschlossen" findet man hier auf der Webseite ...
Die Wegbeschilderung ist auch hier sehr gut, sodass schon zum Beginn des Weges - knapp oberhalb des des Huthauses eine Abzweigung erkennbar war, von der aus der Rückweg geplant werden konnte :-). Das Huthaus war eine Versammlungs- und Betstube der Bergknappen und wurde 1776 vom Stift Neuberg erbaut. Bis zur Einstellung des Bergbaus 1899 wurde das Huthaus zweckgebunden verwendet. Die Schichtglocke läutete die Schichten zur Arbeit ein.

Der Törlweg rauf, bis zum Törl zeigt sich unterschiedlich - zu Beginn sanft ansteigend auf Forstweg, aber schon bald steil und „unwegsam“. Waldsteige aus Fels und Wurzelwerk findet man hier genauso wie leichter begehbare Pfade mit guter Bodendeckung. Aber alle Teilstücke gehen stetig bergauf. Gut eine halbe Stunde vor dem Durchqueren des Törlloches wird der Steig felsiger und man sollte hier schon auf seine Trittsicherheit achten. Früher war der Törlweg der wichtigste Wanderweg rauf auf die Rax und diente auch als Transportweg bis rauf auf das auf 1.644m hoch gelegene Otto-Haus. Erst einmal durch das Törl durchgegangen erblickt man das Hochplateau der Rax, von dort man in nur kurzer Zeit rauf zum Otto-Haus gelangt.

Am Törlweg kommt man auch beim Lammel-Brünnl vorbei, welches 1905 errichtet wurde - ein gemauerter Quellauslass, der nebenbei auch eine ideale Möglichkeit zur Rast bietet. Aber nicht nicht nur an diesem Bründl bekommt man die Möglichkeit seine Beine auszurasten, es ergeben sich immer wieder kurze Rasten, damit man den Blick ins Land rein oder rauf in die steinige Wand bekommt.

Fast auf die Minute genau 3 Stunden später, also um 12 Uhr mittags erreichten wir das Otto-Haus, wo wir dann unsere Mittagsmahlzeit eingenommen hatten und uns über den nun vor uns liegenden Nachmittag Gedanken machten.

Wir entschieden uns hier für das Weitergehen zur Bergstation der Rax-Seilbahn um dort einen Weg zu Fuss ins Tal zu nehmen. Denn schon raufmarschieren sahen wir einen Wegweiser, der einen Weg vom Knappenhof rauf zur Bergstation anzeigte - sodass wir davon ausgehen mussten, dass auch dieser runter führen würde.

Die nur kurze Strecke vom Otto-Haus zur Bergstation war übersät von „Sandalen-Wanderern“, Jungfamilien und jene, die das tolle Wetter für diesen Tag für sich nutzten. Dementsprechend unangenehm war dieser kurze Abschnitt ...

Links von der Bergstation folgten wir dann der blauen Markierung runter in Richtung Tal und zweigten dann nochmals rechts zum Knappenhof ab. Hier war die letzte markierte Abzweigung - rechts zum Knappenhof und links weiter nach Hirschwang. Der danach folgende Abstieg war eher unschön, anstrengend und sehr steil. Schotterstellen erschwerten den Weg nach unten, denn gepaart mit dem Neigungswinkel des Steiges war es schon mal heftig unschön den richtigen Tritt zu finden.

Hätten wir diesen Weg rauf nehmen wollen? Nein - ein klares Nein, denn schöner zum bergauf-Gehen und von der Landschaftsumgebung war definitiv der Törlweg. So gesehen war es schon die richtige Wahl, die Route so zu begehen, wie wir sie gewandert sind.

Vom Otto-Haus weg gingen wir um 13:00 Uhr und angekommen, beim Auto sind wir wieder um 16:00 Uhr - also auch hier wieder 3 Stunden mit ein paar Verschnaufpausen.

Der Tag, das Wetter, die Wanderung - alles war perfekt für uns und wir würden diese Wanderung wieder machen!
Mit Kleinkindern würde ich die Wanderung nicht empfehlen - mit grösseren Kindern oder Jugendlichen könnte sie machbar sein. Wobei es hier sicherlich auch auf die Möglichkeit ankommt, wie man sie bei Laune halten kann.
Festes Schuhwerk, Trittsicherheit und ausreichend Wasser ist zu empfehlen. Durch die gute Beschilderung ist kaum Ortskenntnis oder grossartige Wegplanung notwendig, obwohl es schon von Vorteil sein könnte. Bei schlechtem oder feuchtem Wetter würde ich die Wege mit sehr viel Vorsicht begehen, da das Wurzelwerk, die Steine und auch der teils erdige Untergrund schon mal zum Hindernis werden könnte.

Belohnt wird man mit der Bestätigung, dass das Rax-Hochplateau auch zu Fuss erreichbar ist und der überaus tollen Aussicht ins schöne Land hinein.

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