Ritterweg Ruine Kollmitz

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Mit knapp 15km sprengten wir heute unseren diesjährigen Streckenrekord - auf dem Ritterweg von Raabs über die Runie Kollmitz zurück über Sauggern und Lindau. Eine herrliche Wanderung bei herrlichem Wetter in herrlicher Wanderumgebung.

Gestartet mit dem heutigen Rundwanderweg, welchen wir uns über die Webseite von Bergfex herausgesucht hatten, hatten wir in Raabs - genauer gesagt am Parkplatz des JUFA. Die dort nahegelegene Eisenbrücke über die Thaya brachte uns dann auch sogleich auf den durchgehend sehr gut beschilderten Wanderweg.

Ritterweg 60 - so das offizielle Wanderschild in gelb gehalten. Vorbei am Jungfernstein bis zur Ruine Kollmitz.
Die Sage rund um den Jungfernstein:
Ein Ritterfräulein sollte von der Burg Kollmitz mit ihren Mägden und ihrem Verlobten nach Raabs zu Messe des Fronleichnamsfestes. Das Fräulein aber war eitel und hielt noch an jenem Platze, wo heute der Felsbrocken liegt, um von ihren Mägden sich ihr Haar richten zu lassen. Die Teilnahme am Gottesdienst aber war damit nicht mehr möglich, da sich das Fräulein doch zuviel Zeit dafür gelassen hatte. Dies erzürnte den Himmel und ein Felsbrock aus schwarzen Amphibolit löste sich vom Hang und begrub das Fräulein und ihre Mägde unter sich.

Viel Wald, Lichtungen und grüne Wiesen säumen den Weg. Eine Obstplantage und immer wieder kahl geschlagenen Waldstücke. Friedlich nebenbei hat man für eine lange Strecke die Thaya, die gemütlich ihren Wasselauf nimmt.

500m vor der Ruine Kollmitz gibt es eine Abzweigung zum Mausoleum der Freiherren von Klingerstorff - diese Abzweigung nahmen wir natürlich um uns auf den Weg auf eine wunderschöne Anhöhe zu begeben. Der Weg dorthin - ca. 15 Minuten zusätzlicher Fussmarsch - geht stetig bergauf, besticht aber am Ende mit herrlichem Ausblick ins Land und auf die Gemäuer der Ruine Kollmitz. Hier findest du ein paar Impressionen und einen eigenen Bericht dazu.

Zurück am Ritterweg geht man durch das Tor der Böhmischen Mauer - auf der „Innenseite“ der Mauer befindet sich ein Schild mit folgender Aufschrift:
350 Meter vor der Burg Kollmitz wurde im 15.Jhdt. zum Schutz des Vorgeländes diese ca. 110m lange Mauer errichtet. Sie reicht an beiden Seiten bis zum Steilabfall an der Thaya und sperrt damit die Landzunge, auf der die Burg Kollmitz steht. Der einzige Zugang von Norden führte durch diesen Torturm, der mit einem Graben und einer Zugbrücke gesichert war.

Schon bald danach erblickt man die Mauern der heutigen Ruine und die benannte Zugbrücke.
Wir wagten einen Blick in die Ruine - denn eigentlich wollten wir dort unsere Mittagsruhe verbringen um danach unseren Weg fortzusetzen - aber was soll man sagen ... es ist Feiertag und viele andere hatten wohl gleiches Gedankengut mit sich getragen ...
Somit nahmen wir rasch wieder den Fussmarsch auf und wanderten weiter um uns etwas später ein Plätzchen zum Jausnen zu suchen.

Durch den kleinen Ort am Fusse der Ruine, Kollmitzgragen marschiert man über die doch sehr breite/lange Thayabrücke ans andere Thayaufer und verlässt dann schon bald wieder den Ort. Nach etwa 10 Minuten stetigem Bergauf fanden wir auf einer grünen Wiese mit schattigem Waldesrand unser Plätzchen für unsere Mittagsjause. Auf dem Weg dorthin erkennt man dann auch das Ende der Böhmischen Mauer und versteht den Inhalt der Tafel noch besser.

Durch Sauggern durch kommt man weiter in ein weiteres Waldstück mit einem netten Bachbett und einer Brücke darüber - etwas schwankend aber machbar :-)
Die Gegend hier herinnen erinnert natürlich auch stark an die restliche Gegend im Thayatal - nur etwas „kleiner“.
Danach kommt man schon durch Lindau durch und ab hier ist die Strecke unspektakulär und leider nur mehr Asphalt. Trotzdem nicht minder schön zum Marschieren - und ausserdem nur ca. 3 km bis rein nach Raabs.


Heuer war dies bisher unsere längste Strecke die wir zurückgelegt haben und ich muss gestehen auch die längste mit durchwegs schönen Waldstücken, denn bis auf die letzten drei Kilometer bewegt man sich fast ausschliesslich auf Wald- oder Feldwegen
Das Wetter hat mitgespielt, die Temperaturen waren echt angenehm und die Insekten plagten nicht.

Eine Wanderung für die ganze Familie, für Jung und Alt - einfach bis mittel zu gehen - flache aber auch steilere Stücke, aber nicht allzu anstrengend.
Müsste ich Punkte vergeben: 9 von 10 Punkten.


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